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(United States of America, Abkürzung USA), Republik im Mittelteil des nordamerikanischen Kontinents zwischen Kanada im Norden und Mexiko im Süden, 9 772 614 km², 295,8 Mio. Einwohner, Hauptstadt Washington, Amtssprache Englisch, Währung der amerikanische Dollar.
Land und Leute
Das Kerngebiet der USA, zu denen im äußersten Nordwesten des Kontinents noch Alaska und auf einer Inselgruppe im Pazifik Hawaii gehören, gliedert sich in drei Großräume mit Nord-Süd-Erstreckung: Im Westen steigt von der wenig gegliederten Küste des Pazifik aus einem Vorland und aus Wüsten das breite Hochgebirge der Sierra Nevada und der Rocky Mountains auf, das mit Einzugsgebiet ein Drittel der Fläche einnimmt. Es folgt nach Osten die noch weitere Zone der zum Mississippi abfallenden Ebenen (Prärien u. a.) und aus dem Flusstal ansteigend als dritter Bereich das Mittelgebirge der Appalachen mit einem vorgelagerten Küstentiefland am Atlantik. Nur hier herrscht relativ mildes Seeklima, während die übrigen Gebiete vornehmlich kontinental geprägt sind.
Die Bevölkerung besteht zu 80 % aus Nachkommen europäisch Einwanderer und zu fast 13 % aus Abkömmlingen von farbigen Sklaven, die indianischen Ureinwohner stellen nur noch knapp 1 % der Einwohnerschaft. Sie ist vorwiegend christlich orientiert, wobei die meisten Amerikaner (der Begriff wird gewöhnlich verengt auf die Bewohner der USA) protestantischen Gruppierungen angehören, nur gut ein Viertel sind Katholiken.
Wirtschaft
Spätestens seit Beginn des 20. Jh. sind die USA die bedeutendste ökonomische Macht der Erde, in ihrer Entwicklung vorangetrieben durch einen lange völlig ungezügelten Kapitalismus und gefördert durch einen ungeheuren Reichtum an Bodenschätzen und Naturkräften ("Land der unbegrenzten Möglichkeiten"). Die Landwirtschaft nutzt die Weite des Raumes und die Vielfalt der Klimate und Böden. Ihre Produkte reichen von tropischen Früchten bis zu winterharten Getreidearten. Wälder liefern Holz, Wild (bedeutende Pelzgewinnung) und Früchte, Seen und die langen Küsten an den Weltmeeren sowie am Golf von Mexiko ermöglichen reichen Fischfang, die Gebirge weisen Erzlagerstätten aller Art auf, im Süden und Westen sowie vor der Küste am Golf von Mexiko sprudeln Ölquellen. Dieser Reichtum wurde umgemünzt in Finanzkraft, die den Aufbau einer leistungsfähigen und lange in fast allen Branchen konkurrenzlosen Industrie ermöglichte.
Wesentliche Impulse setzte auch das militärische Engagement der USA in aller Welt, v. a. durch Grundlagenforschung auf dem Sektor der Zukunftstechnologien (Luft- und Raumfahrt, Computer-High-Tech, Kernkraft, Gentechnik u. a.). Die vielfältigen politischen Aufgaben der westlichen Führungsmacht v. a. nach dem 2. Weltkrieg aber haben andererseits Kraft gekostet, in Gestalt von Japan und der Europäischen Union sind ökonomische Rivalen herangewachsen, die eine gewisse Überalterung der amerikanischen Produktionsweisen und ein Erlahmen der Innovationskraft spürbar werden lassen. Die im Frühjahr 2007 entstandene Immobilienkrise hat sich zu einer weltweiten Finanzmarkt- und Vertrauenskrise ausgeweitet.
Geschichte
Die USA entstanden aus den britischen Kolonien an der nordamerikanischen Ostküste (erste Virginia 1607). Sie blieben lange auf die Küstenregionen beschränkt, da französische und spanische Ansprüche einer Westausdehnung zunächst entgegenstanden. Erst mit dem Sieg im Siebenjährigen Krieg fiel alles Land bis zum Mississippi an Großbritannien, doch nur für kurze Zeit, da die Siedler längst ein amerikanisches Eigenbewusstsein entwickelt hatten und die Londoner Bevormundung im Unabhängigkeitskrieg 1775–83 abschüttelten.
Die USA bestanden zunächst aus 13 Neuenglandstaaten; sie gaben sich eine freiheitl. Verfassung, die die Ideen der Französischen Revolution antizipierte und für viele neue Staaten Vorbild wurde; erster Präsident wurde Washington. Durch ständige Ausdehnung nach Westen verdoppelte sich die Zahl der Staaten bis 1821, die Fläche vervielfachte sich. Hinzu kamen Landkäufe (Louisiana 1803, Florida 1819, Alaska 1867) und Eroberungen (Texas 1848), bis schließlich der Pazifik erreicht war.
Innere Konflikte zwischen den Händler- und Industriestaaten des Nordens und den Pflanzerstaaten des Südens entluden sich 1861–65 während der Präsidentschaft Lincolns im Sezessionskrieg, wobei der Kampf für die Sklavenbefreiung den Nordarmeen den moralischen Schub zum Sieg gab, so dass der Zerfall der Union abgewendet werden konnte. Die Interessen richteten sich nun auch nach außen, 1897 wurde Hawaii annektiert, 1898 Spanien zum Rückzug von Kuba und den Philippinen gezwungen und Puerto Rico angegliedert, 1914 der Panamakanal eröffnet.
Im 1. Weltkrieg lange neutral, entschieden die USA das europäischen Ringen 1917/18 zugunsten der Entente. Sie zogen sich danach vorübergehend wieder auf sich selbst zurück, griffen aber im 2. Weltkrieg erneut ein und ermöglichten erst den Sieg über die faschistisch-nationalsozialistischen Diktaturen und über das imperialistische Japan. Im nachfolgenden Kalten Krieg gegen das von Moskau geführte kommunistische Lager gab wieder das amerikanische Gewicht den Ausschlag.
Nach Zusammenbruch des Ostblocks 1989/91 blieben die USA als einzige Weltmacht übrig. Sie kämpften – allerdings unter zunehmender Kritik aus anderen Industrienationen – weltweit für die Förderung demokratischer Systeme (u. a. in Afghanistan, im Irak) mit Hilfe der Vereinten Nationen oder eigens gegründeten Koalitionen.